Kardiologie

EKG

Das Elektrokardiogramm ist die Darstellung der Herzstromkurve. Mit jedem Herzschlag entstehen am Herzmuskel elektrische Potentiale, die an der Körperoberfläche abgeleitet werden können. Bei vielen Herzerkrankungen kommt es zu Veränderungen der EKG-Kurve. Dadurch können Herzinfarkte, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und Herzrhythmusstörungen, wie z.B. das häufig auftretende Vorhofflimmern erkannt werden.

 
Echokardiografie: Ultraschallgerät

Die Echokardiographie ist die grundlegende bildgebende Untersuchung des Herzens. Mit nicht-hörbaren Ultraschallwellen werden bewegte Bilder erzeugt, wodurch außer der Pumpleistung des Herzens auch strukturelle Veränderungen der Herzklappen und deren Funktion beurteilt werden können. Die Untersuchung erfolgt durch einen auf den Brustkorb aufgesetzten Schallkopf, der sowohl als Sender als auch als Empfänger der Schallwellen dient. Der Pat. wird bei der Untersuchung weder durch Strahlung noch durch Kontrastmittel belastet.

 
Echokardiografie: Ultraschallbild eines Herzens

 

Nicht immer lassen sich Durchblutungsstörungen des Herzmuskels im Ruhe-EKG erkennen. Die Fahrrad-Ergometer-Belastung führt zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf des Herzmuskels, wodurch sich Durchblutungsstörungen demaskieren können, die im Ruhe-EKG nicht zu erkennen sind. Um einen möglichst hohen Aussagewert der Untersuchung zu erzielen, sollte der Pat. möglichst die submaximale Ausbelastungs-Herzfrequenz erreichen (200 – Lebensalter). Darüberhinaus können Blutdruckeinstellung, Herzrhythmusstörungen und der Trainingszustand beurteilt werden.

Manche Pat. haben im EKG einen sogenanntes Schenkelblockbild, so dass EKG-Veränderungen als Hinweise auf Durchblutungsstörungen in der Fahrrad-Ergometrie nicht zu beurteilen sind. Auch finden sich manchmal in einer Koronarangiografie mittelgradige Engstellen (Stenosen) der Herzkranzgefäße, deren Bedeutung für die Durchblutung des Herzmuskels nicht eindeutig ist. Dann kann eine Ergometer-Belastung mit gleichzeitiger Echokardiografie hilfreich sein (dynamische Streßechokardiografie). Es gibt Pat., die aufgrund von Kniegelenks- oder Hüftgelenksproblemen auf dem Ergometer nicht treten können. In diesem Fall kann die Belastung auch durch ein Medikament simuliert werden, das dem Pat. in eine Vene appliziert wird (pharmakologische Streßechokardiografie).

Ein Langzeit-EKG ist ein Rekorder, den der Pat. mit nach Hause nimmt und auf dem das EKG über einen längeren Zeitraum, meistens über 24 Stunden aufgezeichnet wird. Auf diese Weise lassen sich auch seltener auftretende Herzrhythmusstörungen erkennen. Wir benutzen dabei modernste Geräte, die besonders klein und leicht sind und die Pat. im Alltag nicht stören. Nach der Aufzeichnung wird das EKG mit Hilfe eines Computerprogramms ausgewertet.

Mit Hilfe einer Langzeitblutdruckmessung lässt sich der individuelle Blutdruckverlauf über 24 Stunden unter Alltagsbedingungen erfassen. Die Blutdruckwerte werden in regelmäßigen Abständen mit einer Oberarm-Blutdruckmanschette gemessen und auf einem Rekorder, den der Pat. am Gürtel tragen kann, aufgezeichnet. Dabei lässt sich beurteilen, ob ein erhöhter Bluthochdruck behandlungsbedürftig ist oder ob mit den aktuellen Blutdruckmedikamenten die Zielwerte erreicht werden. Nach Rückgabe des Rekorders wird die Aufzeichnung mit Hilfe eines Computers ausgewertet.

Viele Pat. mit Herzerkrankungen benötigen ein unter die Haut implantiertes Aggregat. Der größte Teil von diesen Pat. hat einen Herzschrittmacher aufgrund zu geringer Herzfrequenzen (Bradykardie). Manche Pat. mit einer eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens (Kardiomyopathie, fortgeschrittene Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt) können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen bekommen. Diesen Pat. wird ein Defibrillator implantiert. Es gibt Pat., die aufgrund sehr seltener Herzrhythmusstörungen bewusstlos werden (Synkope). Zur Erkennung dieser seltenen Herzrhythmusstörungen erhalten die Pat. einen Eventrekorder. Alle diese Aggregate bedürfen einer regelmäßigen Nachsorge, um den Ladezustand der Batterie und die Funktionsfähigkeit der Sonden kontrollieren. Die Nachsorge erfolgt meistens 2x im Jahr über telemetrische Abfrage in der Praxis. Sofern erforderlich, können die Einstellungen den Bedürfnissen der Pat. angepasst werden. Im MVZ Innere Medizin können Aggregate aller gängigen Schrittmacherfirmen abgefragt und programmiert werden.